Papierkram
Mein PR Herz schlägt für Papier! Wirklich, seit ich denken kann beschäftige ich mich mit Magazinen. Meine Mutter abonnierte damals die Tina und Bild der Frau, die ich im Alter von 9-12 Jahren mit Genuss durchgeblättert habe. Ganz besonders schön war auch immer der Tag, an dem der neue OTTO-Katalog bei uns eintraf. Schnell verschwand dieser in meinem Bettkasten, sodass mir den niemand sonst wegnehmen konnte. Hochglanzbilder und Fotostrecken, ob Mode, Wohnen, Kochen oder Reisen, alles aus Papier zum Blättern fand ich toll. Ich fing auch an, die für mich schönsten Seiten zu sammeln. Alles, was mir gefiel, trennte ich vorsichtig aus dem Heft und ordnete es - natürlich nach Themen - in Präsentationsbüchern. Wenn ich jetzt daran zurück denke, gelten diese wohl als meine ersten "Clippingmappen". ;-) In Teenagerzeiten entdeckte ich das zu dieser Zeit noch großformatige MAX. Wundervolle Fotos auf übergroßen Seiten. Einfach "groß"artig. Die Topmodel-Ära erlebte ich durch dieses Heft, Fotostrecken von Herb Ritts waren von der Redaktion besonders gefragt. Das waren noch Zeiten. Da investierte man noch richtig in Produktionen und besondere Formate.
Ende letzter Woche kamen wir wieder in den Genuss, ein hochwertiges Pressemailing per Post zu versenden. Ich liebe das! Alleine all die Vorbereitungen dazu finde ich feierlich. Ausgedruckte Pressetexte, schön verpackt und unverfälscht: so sollte es immer sein. Wir geben uns dann ganz besonders viel Mühe, schließlich sollte der Kosten-Nutzen-Effekt so gut wie möglich eingesetzt werden. Da muss auch jede Kleinigkeit sitzen: die Briefmarke am rechten Fleck, der Adressaufkleber gerade, die handschriftlich geschriebenen Grußkarten fein leserlich und individuell verfasst usw. Wir genießen diese Stunden der Vorbereitungen in der Agentur meist gemeinsam mit einer Tasse Kaffee und guten Gesprächen. Die Stimmung ist dabei fast schon meditativ. Und neben den vielen - natürlich auch notwendigen und kostensparenden - Email-Mailings, sind wir uns bewusst, dass jedes auf Papier und per Post versandtes Mailing etwas ganz Besonderes ist.
Oftmals denke ich dabei auch an Magazine, die ich sehr mochte, die es aber aus vielerlei bekannten oder auch unbekannten Gründen auf dem (deutschen) Markt nicht geschafft haben: Brigitte Young Miss, Vanity Fair, Elle Bistro, Amica, um nur einige zu nennen. Viele kann ich nun online sehen, doch ich vermisse es, diesen Magazinen dem Erscheinungstermin hinzufiebern, zum Kiosk zu laufen und eine frisch gedruckte Ausgabe durchzublättern. Auf Papier wirken Reportagen, Shootings und Interviews einfach echter, authentischer, ehrlicher.
Daher - und auch wenn ich mich dem Online-Zeitgeist zu gern annähere, da ich seine Vorteile und Bequemlichkeiten oft (be)nutze - gebe ich offen zu: ich vermisse den ganzen Papierkram, der mich auch zur PR gebracht hat.
Wie ich diese Woche hörte, wird die für kurze Zeit eingestellte Zeitschrift MAX wieder aufgelegt. Ich bin jetzt schon gespannt auf das Format.
Es grüßt Tanja
- 1 Kommentar(e)


Format
Ich finde es schade, dass es immer nur A4 oder A4-ähnliche Formate im deutschen Markt gibt. Magazine wie Lowdown im Breitband-Format oder der Trend zu A5, den jetzt auch die GQ mitmacht, sind doch echt erfrischend. Leider trauen sich zu wenige Verlage das zu. Wahrscheinlich aus Kostengründen. Im Bereich der Fachmagazine sieht es da noch schlimmer aus. Sehr selten, dass ein Magazin mal mit einer neuen Idee überrascht und länger auf dem Schreibtisch oder im Regal verweilt. Leider degradieren sich diese Publikationen damit zum schnellen Infohappen für zwischendurch. Schade, aber so verkauft man vielleicht auch die Anzeige im Jahrbuch besser! ;)